Ein hochriskantes Kryptowährungsgesetz wurde diese Woche bei der Abstimmung im Senatsausschuss abrupt zurückgezogen, nachdem Brian Armstrong, CEO von Coinbase – der größten Krypto-Börse der Vereinigten Staaten – eine klare öffentliche Erklärung abgegeben hatte. Armstrong erklärte, dass sein Unternehmen den Gesetzentwurf in seiner jetzigen Form nicht unterstützen könne und erklärte, er sei „wesentlich schlechter als der aktuelle Status quo“. Innerhalb weniger Stunden verschoben die Senatsführer die Abstimmung.
Die Machtverschiebung
Dieser Vorfall verdeutlicht einen dramatischen Wandel in der Dynamik in Washington: Coinbase hat jetzt erheblichen Einfluss auf die Ergebnisse der Gesetzgebung. Traditionell hängen wichtige politische Abstimmungen davon ab, eine Handvoll gemäßigter Senatoren zu beeinflussen. Doch dieses Mal reichte eine einzige Unternehmenserklärung eines großen Branchenakteurs aus, um den Fortschritt zu stoppen.
Warum das wichtig ist
Der neu gewonnene Einfluss der Branche ist teilweise auf das politische Klima unter Präsident Trump zurückzuführen, der deutlich aufgeschlossener gegenüber Krypto-Interessen war. Dieses Machtspiel wirft kritische Fragen auf:
- Wie viel Einfluss sollten private Unternehmen auf die Bundesgesetzgebung haben?
- Fungiert die Kryptoindustrie jetzt als faktische Lobby-Kraft, die traditionelle politische Prozesse umgeht?
- Was bedeutet das für zukünftige Kryptovorschriften?
Es steht viel auf dem Spiel
Der ins Stocken geratene Gesetzentwurf hätte einen klareren Regulierungsrahmen für digitale Vermögenswerte geschaffen und möglicherweise den Kryptomarkt legitimiert und erweitert. Durch seinen Widerstand scheint Coinbase bereit zu sein, im Austausch für günstigere Bedingungen für sein Geschäftsmodell weitere Unklarheiten zu riskieren.
Der Schritt unterstreicht eine einfache Realität: In Washington geht es um Geld. Und da eine Marktkapitalisierung in Milliardenhöhe auf dem Spiel steht, hat Coinbase gerade bewiesen, dass es den politischen Entscheidungsträgern Gehör verschaffen kann.
Die Annullierung der Abstimmung lässt die Zukunft der Kryptoregulierung ungewiss und verstärkt den wachsenden Trend, dass die Macht der Unternehmen die Ergebnisse der Gesetzgebung direkt beeinflusst.
