Elehear Delight-Hörgeräte: Stil statt Substanz

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Die neuen rezeptfreien Hörgeräte „Delight“ von Elehear legen Wert auf ein elegantes Design, sind aber letztlich bei der Kernfunktionalität leistungsschwach. Während das Unternehmen eine verbesserte Lärmreduzierung und -verstärkung durch KI verspricht, zeigen reale Tests nur begrenzte Vorteile, was sie zu einer fragwürdigen Wahl für diejenigen macht, die eine umfassende Hörunterstützung suchen.

Design und Komfort: Ein starker erster Eindruck

Die Delight-Geräte fallen optisch auf und ähneln eher kompakten Bluetooth-Ohrhörern als herkömmlichen Hinter-dem-Ohr-Geräten. Ihre diskrete In-Ear-Passform vermeidet ein merkliches Vorstehen, die Sichtbarkeit bleibt jedoch bei seitlicher Betrachtung erhalten. Der „Flügel“ aus Silikon sorgt für einen sicheren und bequemen Sitz, wobei Ohrstöpsel und Flügel in drei Größen zur individuellen Anpassung enthalten sind. Mit jeweils 3,38 Gramm sind sie leicht genug für stundenlanges Tragen ohne Beschwerden. Das kompakte Ladeetui ermöglicht zwei vollständige Aufladungen und ermöglicht pro Ladung etwa 11 Stunden reale Nutzung – etwas weniger als die beworbenen 13,5 Stunden.

Leistung: Wo Versprechen zu kurz kommen

Trotz des stilvollen Äußeren fehlen den Delight-Geräten wichtige Funktionen, die in fortgeschritteneren Modellen zu finden sind. Sie sind nicht abstimmbar, was bedeutet, dass sie eine gleichmäßige Audioverstärkung über das gesamte Frequenzspektrum erzeugen, was bei höheren Lautstärken zu Unbehagen führen kann. Hohe Frequenzen klingen verzerrt, während Bässe übermäßig dröhnen. Bei mäßiger Lautstärke wird das Zischen deutlicher und die fünf Geräuschunterdrückungsmodi bieten nur minimale Verbesserungen. Die vorkonfigurierten Umgebungseinstellungen und anpassbaren Profile liefern insbesondere in lauten Umgebungen keine sinnvolle Klarheit.

Streaming-Medien leiden unter schwachen Bässen und sind in lauten Umgebungen unbrauchbar. Selbst in ruhigen Umgebungen bieten die Geräte nur minimale Unterstützung, da die Sprache oft durch verstärkte Umgebungsgeräusche übertönt wird.

Zusätzliche Funktionen: Ablenkung statt Funktionalität

Elehear umfasst in der Begleit-App einen Sprachübersetzer, ein Geräuschmesstool und ein Remote-Mikrofonsystem. Die „Serene“-Klanglandschaften bieten eine überraschend umfangreiche Bibliothek an Umgebungsgeräuschen, von Wasserfällen bis zum Schnurren einer Katze. Diese Funktionen sind zwar unterhaltsam, lenken aber vom Kernproblem ab: Die Delight-Hörgeräte haben Schwierigkeiten, eine effektive Hörunterstützung zu bieten.

Software- und Konnektivitätsprobleme

Die Elehear-App weist Mängel in der Benutzerfreundlichkeit auf. Es erfordert häufiges manuelles erneutes Verbinden mit den Hörgeräten, auch wenn Bluetooth bereits aktiv ist. Das anfängliche Pairing kann problematisch sein, da manchmal die Verbindung eines Geräts fehlschlägt. Zur Behebung sind mehrere Werksresets erforderlich.

Das Fazit

Die Elehear Delight-Hörgeräte zeichnen sich durch Design und Komfort aus, bieten jedoch kaum eine praktische Hörverbesserung. Der Mangel an Tuning-Optionen, die schlechte Klangqualität und Softwarefehler machen sie zu einem enttäuschenden Kauf für diejenigen, die echte Hörunterstützung suchen. Während sie möglicherweise Benutzer ansprechen, denen Ästhetik Vorrang vor Leistung gibt, wäre für die meisten ein robusteres und anpassbareres Gerät besser geeignet.