Die legendäre Sitcom „All in the Family“ hat einen Ausschnitt des amerikanischen Lebens der 1970er Jahre eingefangen und damit auch eine gewisse Erschwinglichkeit von Wohnraum, die heute fast mythisch wirkt. Viele Zuschauer fragen sich: Könnte ein moderner Millennial realistischerweise das Haus von Archie Bunker in Queens, New York kaufen? Die Antwort ist, ganz offen gesagt, wahrscheinlich nicht einfach.
Das Haus, das Archie gebaut hat
Archie Bunkers fiktiver Wohnsitz in der Hauser Street 704 in Astoria, Queens, ist ein kultureller Prüfstein. Während die Straße selbst ein fester Bestandteil ist, befindet sich die reale Inspiration an der 89-70 Cooper Avenue in Glendale, die derzeit Touristen anzieht. Heute wird sein Wert auf etwa 820.000 US-Dollar geschätzt. Aber rückblickend: Wie viel hat dieses Haus gekostet, als Archie dort „lebte“? Historische Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass Hypotheken im Jahr 1968 etwa 12.500 US-Dollar betrugen – das entspricht heute etwa 112.000 US-Dollar. Inflationsbereinigt beziffert selbst eine großzügige Schätzung den Preis der 1970er Jahre auf unter 140.000 US-Dollar.
Diese Ungleichheit ist wichtig, weil sie die dramatische Verschiebung der Erschwinglichkeit von Wohnraum im letzten halben Jahrhundert verdeutlicht. Lohnstagnation in Verbindung mit explodierenden Immobilienwerten hat dazu geführt, dass Wohneigentum für viele, insbesondere für jüngere Generationen, zunehmend unerreichbar wird.
Archies Gehaltsscheck im Vergleich zur heutigen Realität
Um dies aufzuschlüsseln, vergleichen wir Archies Karrieremöglichkeiten mit modernen Äquivalenten.
- Hafenarbeiter/Hafenvorarbeiter: Archie verdiente 1971 etwa 5 Dollar pro Stunde, damals ein solider Lohn. Heute zahlt eine ähnliche Position in New York etwa 46.587 US-Dollar pro Jahr.
- Teilzeit-Taxi-/Mitfahrgelegenheitsfahrer: Archie hätte sein Einkommen möglicherweise mit dem Fahren eines Taxis aufgebessert. Ein moderner Uber/Lyft-Fahrer verdient etwa 42.786 US-Dollar pro Jahr.
- Barbesitzer: Der Betrieb einer Bar bringt jährlich einen Nettogewinn von rund 39.600 US-Dollar ein.
Geht man von einem durchschnittlichen Gesamteinkommen von etwa 43.000 US-Dollar pro Jahr aus, würde ein Millennial, der Archies Weg folgt, mit einer harten Realität konfrontiert: Der durchschnittliche Haushalt im nördlichen Mittelatlantik gibt jährlich etwa 91.520 US-Dollar aus.
Die Anzahlungshürde
Selbst eine bescheidene Anzahlung für eine Immobilie im Wert von 820.000 US-Dollar zu sparen, ist eine große Herausforderung.
- 3,5 % Anzahlung: 28.700 $
- 5 % Anzahlung: 41.000 $
- 10 % Anzahlung: 82.000 $
- 20 % Anzahlung: 164.000 $
Der aktuelle durchschnittliche 30-jährige Festhypothekenzins liegt bei rund 6,10 %. Ein Darlehen ohne Anzahlung würde zu monatlichen Zahlungen von etwa 4.969 US-Dollar vor Steuern und anderen Gebühren führen.
Dies unterstreicht die Tatsache, dass Archie sein Haus zwar relativ einfach kaufen konnte, die Millennials von heute jedoch mit einer Wirtschaftslandschaft konfrontiert sind, in der Wohnen eine weitaus größere finanzielle Belastung darstellt.
Der Vorteil des Veteranen
Ein möglicher Weg: ein VA-Hauskaufdarlehen, das für berechtigte Veteranen keine Anzahlung erfordert. Aber selbst dann besteht der Kompromiss darin, dass die monatlichen Zahlungen und die Gesamtzinsbelastung höher sind.
Fazit
Für die meisten ist es ohne erhebliche finanzielle Unterstützung unrealistisch, heute als Millennial das Haus von Archie Bunker zu kaufen und einen ähnlichen Karriereweg einzuschlagen. Die Kluft zwischen Lohnwachstum und steigenden Eigenheimwerten hat sich so weit vergrößert, dass Eigenheimbesitz immer unerreichbarer erscheint. Der Traum, ein Stück vom amerikanischen Kuchen zu besitzen, der einst für einen Mann der Arbeiterklasse wie Archie Bunker erreichbar war, ist zu einem Luxus geworden, den sich nur wenige leisten können.






















