Mitarbeiter des öffentlichen Gesundheitswesens treten wegen Guantánamo-Einsätzen zurück

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Die Entscheidung der Trump-Regierung, Beamte des Public Health Service (PHS) zur Einwanderungshaft nach Guantánamo Bay zu entsenden, hat eine Welle von Rücktritten unter Medizinern ausgelöst, die nicht bereit sind, sich an einer, wie sie es nennen, künstlich geschaffenen humanitären Krise zu beteiligen. Der Schritt, der den seit langem gehegten Wunsch des ehemaligen Präsidenten Trump, den Offshore-Stützpunkt für unbefristete Inhaftierungen zu nutzen, mit dem Versprechen verbindet, nach der Amtseinführung Tausende von Nicht-Staatsbürgern dort unterzubringen, hat den Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die traditionell bei Notfällen wie Hurrikanen, Waldbränden oder Massenerschießungen eingesetzt werden, ethische Dilemmata aufgezwungen.

Der ethische Bruchpunkt

Krankenschwestern und Ärzte im PHS standen vor der unmöglichen Wahl: Entweder den Einsatzbefehlen nachkommen oder jahrzehntelange Dienstzeit aufgeben, einschließlich potenzieller Renten. Eine Krankenschwester, Rebekah Stewart, trat nach einem Jahrzehnt Dienst zurück, anstatt sich nach Guantánamo zu melden, und beschrieb die Situation als „Förderung einer menschengemachten humanitären Krise“. Ihre Erfahrung ist nicht isoliert; Kollegen wie Dena Bushman traten ebenfalls zurück, nachdem sie ähnliche Befehle erhalten hatten, und führten moralische Einwände gegen die Politik der Regierung an. Obwohl das PHS kein militärischer Zweig ist, fungiert es als schnell einsetzbare medizinische Truppe, die Lücken in Bundesbehörden füllt und auf nationale Notfälle reagiert. Doch diese Flexibilität wurde nun zu einer Waffe gemacht und zwingt Berufstätige dazu, sich zwischen ihrer Karriere und ihrer Ethik zu entscheiden.

Bedingungen in Guantánamo

Die Häftlinge, von denen einige durch das zu ihrer Behandlung entsandte medizinische Personal erfahren haben, dass sie sich in Kuba befinden, werden in Einrichtungen wie Lager 6 festgehalten, einem dunklen Gefängnis ohne natürliches Licht. Die dort arbeitenden Beamten beschrieben die Bedingungen als chaotisch und unorganisiert, wobei die Häftlinge unter Überbelegung, psychischen Traumata und unbegrenzter Unsicherheit litten. Obwohl Heimatschutzministerin Kristi Noem behauptet, in Guantánamo gebe es „das Schlimmste vom Schlimmsten“, deuten Berichte darauf hin, dass viele Häftlinge nicht vorbestraft sind und einige in internen Bewertungen als „geringes Risiko“ eingestuft wurden.

Finanzierung und Logistik

Die Operation ist außerordentlich teuer, da die Regierung in Guantánamo schätzungsweise 16.540 US-Dollar pro Häftling und Tag ausgibt – weit mehr als die täglichen Kosten von 157 US-Dollar für ICE-Einrichtungen in den USA. Der Kongress hat Rekordmittel in die Inhaftierung von Einwanderern gesteckt und damit das ICE-Budget von 6,5 Milliarden US-Dollar vor einem Jahrzehnt auf über 78 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 erhöht. Ein erheblicher Teil dieser Erhöhung, darunter 60 Millionen US-Dollar, wurde nach Guantánamo umgeleitet, was Fragen zu Prioritäten und Nachhaltigkeit aufwirft.

Erosion des öffentlichen Vertrauens

Die PHS-Einsätze untergraben die Kernaufgabe der Agentur, auf Notfälle im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu reagieren. Ehemalige Beamte warnen davor, dass die Umleitung von Ressourcen in unbefristete Inhaftierungen die Fähigkeit des Landes schwächt, Krisen wie Pandemien oder Naturkatastrophen zu bewältigen. Die erzwungene Beteiligung medizinischer Fachkräfte an einem stark politisierten Einsatz schadet dem Vertrauen der Öffentlichkeit in das Gesundheitssystem und gibt Anlass zur Sorge hinsichtlich zukünftiger Einsätze.

Die Nutzung von Guantánamo für die Inhaftierung von Einwanderern durch die Trump-Regierung stellt einen grundlegenden Wandel in der US-Politik dar, der politischen Agenden Vorrang vor ethischen Erwägungen und der langfristigen Sicherheit der öffentlichen Gesundheit einräumt. Der Rücktritt von PHS-Beamten ist eine direkte Folge dieser Entscheidung und signalisiert eine wachsende Gewissenskrise innerhalb der Bundesbelegschaft.