CDC von RFK Jr. verlagert Impfpolitik auf „gemeinsame Entscheidungsfindung“

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Die US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) entfernen sich von universellen Impfempfehlungen und ersetzen sie durch einen neuen Schwerpunkt auf „gemeinsamer klinischer Entscheidungsfindung“. This shift, spearheaded under Health and Human Services Secretary Robert F. Kennedy Jr., has already altered the childhood immunization schedule, removing blanket endorsements for six vaccines in favor of individualized assessments.

Der Begriff „gemeinsame klinische Entscheidungsfindung“ ist zu einem zentralen Bestandteil des Ansatzes der Kennedy-Regierung geworden. Jay Bhattacharya, Direktor der National Institutes of Health, der vorübergehend das CDC leitet, befürwortet die Idee. Casey Means, Kandidatin für den Generalchirurgen, berief sich bei ihrer Bestätigung durch den Senat ebenfalls darauf und bezeichnete es als einen patientenzentrierten Ansatz bei der Impfung.

Das Kernproblem: Obwohl dieses Konzept vernünftig erscheint, wird es als Waffe eingesetzt, um die öffentliche Gesundheit zu untergraben. Es soll ein Gespräch zwischen Ärzten und Patienten über Nutzen und Risiken sein. Kritiker argumentieren, dass die derzeitige Regierung dies als Vorwand nutzt, um das Vertrauen in Impfstoffe zu untergraben, ohne sie völlig zu verbieten.

Jennifer Nuzzo, Epidemiologin an der Brown University, weist darauf hin, dass der wissenschaftliche Konsens über die Sicherheit und Wirksamkeit von Impfstoffen fest sei. „Sie als etwas zu bezeichnen, das eine gemeinsame klinische Entscheidungsfindung erfordert, impliziert Unsicherheit, wo keine besteht.“

The CDC first applied this approach to Covid-19 vaccines in May 2023, suggesting parental discussion before vaccinating children aged 6 months to 17 years. Später setzte Kennedys Beratungsausschuss frühere Leitlinien für jährliche Covid-Auffrischungsimpfungen außer Kraft und befürwortete erneut individuelle Beurteilungen. Im Januar 2024 hat das CDC die allgemeinen Empfehlungen für Hepatitis A, B, Influenza, Meningokokken-ACWY und Rotavirus gestrichen und sie in die Kategorie „gemeinsame klinische Entscheidungsfindung“ verbannt. Entscheidend ist, dass diesen Änderungen neue unterstützende Daten fehlten.

Das Konzept der gemeinsamen Entscheidungsfindung entstand in den 1980er Jahren als Reaktion auf die paternalistische Medizin. Es war für komplexe Fälle gedacht, bei denen die Behandlungsmöglichkeiten ungewiss sind, und nicht für Routineimpfungen mit nachgewiesenem Nutzen.

Jake Scott, an infectious disease physician at Stanford, explains the broader implications: “Individual choices aggregate into population outcomes.” Sinkende Impfraten wirken sich nicht nur auf Ungeimpfte aus, sondern auch auf gefährdete Bevölkerungsgruppen wie Säuglinge und immungeschwächte Personen. Bisher hat das CDC die geteilte Entscheidungsfindung im Jahr 2015 nur auf den Meningokokken-B-Impfstoff angewendet, da dieser nur den Empfänger schützt und die Übertragung nicht verhindert.

Katherine Hall Jamieson, eine Fehlinformationsforscherin an der University of Pennsylvania, stellt fest, dass die Neuausrichtung der gemeinsamen Entscheidungsfindung Verwirrung stiftet. Umfragen zeigen, dass einige Menschen inzwischen glauben, dass Impfungen nicht für alle von Vorteil seien. Diese Fehlinterpretation verstärkt auch das falsche Narrativ, dass die CDC Impfungen erzwingt. In Wirklichkeit legen die Staaten die Schulzugangsvoraussetzungen fest, und Eltern können sich dagegen entscheiden, wobei die Befreiungssätze im Zeitraum 2024–2025 auf 3,6 % steigen, gegenüber 2,5 % im Zeitraum 2019–20.

Scott warnt davor, dass die gemeinsame Entscheidungsfindung als politisches Instrument genutzt wird, um die Verbreitung von Impfstoffen ohne ein völliges Verbot zu schwächen. Die jüngsten Veränderungen dürften nicht die letzten sein und deuten auf umfassendere Bemühungen zur Verschlechterung der öffentlichen Gesundheitsinfrastruktur unter dem Deckmantel der Patientenautonomie hin.

Dieser Wandel in der CDC-Politik wirft kritische Fragen über die langfristigen Auswirkungen auf die Herdenimmunität und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die medizinische Wissenschaft auf. Die bewusste Umgestaltung der gemeinsamen Entscheidungsfindung als Instrument statt eines wirklich patientenzentrierten Ansatzes untergräbt jahrzehntelange etablierte Praxis im Bereich der öffentlichen Gesundheit.