Der Kauf eines Eigenheims ist für die meisten Menschen oft die größte finanzielle Verpflichtung. Allerdings birgt diese Investition in manchen Regionen ein überraschend hohes Risiko, eine Immobilie mit versteckten, kostspieligen Mängeln zu kaufen – was Branchenexperten als „Zitronenhaus“ bezeichnen. Hierbei handelt es sich um Häuser, bei denen erhebliche strukturelle, sanitäre, elektrische oder Dachprobleme auftreten, die einen Traum schnell in einen finanziellen und logistischen Albtraum verwandeln können.
Die versteckten Risiken des Rostgürtels
Aktuelle Daten zeigen, dass in bestimmten Bundesstaaten die Wahrscheinlichkeit, dass Käufer mangelhafte Immobilien erwerben, durchweg höher ist. Laut einer Analyse von MovingPlace, die einen „Lemon Home Risk Score“ von 0 bis 100 vergibt, rangieren die folgenden Bundesstaaten am höchsten:
- Rhode Island (86/100)
- Ohio (81/100)
- Massachusetts (77/100)
- Connecticut (75/100)
- Iowa (72/100)
- New York (68/100)
- Pennsylvania (66/100)
- Indiana (65/100)
- West Virginia (65/100)
- Michigan (60/100)
Die Konzentration dieser Staaten innerhalb des historischen „Rust Belt“ ist kein Zufall. Diese Region, einst ein Produktionszentrum, zeichnet sich durch einen älteren Wohnungsbestand aus. Das Durchschnittsalter von Eigenheimen im ganzen Land erreichte im Jahr 2023 41 Jahre – ein Anstieg um zehn Jahre seit 2005, wie die National Association of Home Builders (NAHB) berichtet.
Ungefähr die Hälfte aller amerikanischen Häuser wurde 1980 oder früher gebaut. Während einige Verkäufer kosmetische Verbesserungen vornehmen, verschleiern diese oft zugrunde liegende Probleme. Unwetter in diesen Bundesstaaten beschleunigen mit der Zeit auch die Verschlechterung.
Warum Käufer Inspektionen überspringen und warum es riskant ist
Trotz der Risiken zeichnet sich ein besorgniserregender Trend ab: Viele Käufer verzichten gänzlich auf Hausinspektionen. Im September 2025 verzichteten 21 % der Käufer auf eine eventuelle Inspektion, vor allem aufgrund der wettbewerbsintensiven Märkte, in denen sie befürchten, eine Immobilie zu verlieren.
Das ist ein Glücksspiel. Obwohl keine Inspektion narrensicher ist, kann ein qualifizierter Inspektor wichtige Probleme aufdecken, die sonst verborgen bleiben würden. Die Gesetze zur Hausinspektion in den Bundesstaaten sind unterschiedlich, aber wenn Käufer diesen Schritt überspringen, sind sie anfällig für unerwartete Reparaturkosten und potenzielle Sicherheitsrisiken.
„Der Verzicht auf eine Inspektion mag in einem angespannten Markt strategisch erscheinen, aber die langfristigen finanziellen Folgen des Kaufs einer Zitronenimmobilie können die kurzfristigen Gewinne bei weitem überwiegen.“
Das Fazit
Die Wahrscheinlichkeit, ein defektes Haus zu kaufen, ist auf älteren Wohnungsmärkten, insbesondere im Rust Belt, deutlich höher. Trotz des Marktdrucks sollten Käufer einer gründlichen Hausinspektion Priorität einräumen. Die Missachtung dieser Sorgfaltspflicht kann den Traum vom Eigenheim leicht in eine kostspielige und stressige Realität verwandeln.
