Die USA riskieren, den neuen Wettlauf ins All an China zu verlieren

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Die Vereinigten Staaten sehen sich einer wachsenden Gefahr ausgesetzt, im Wettlauf um die Rückkehr zum Mond von China überholt zu werden – ein Wettbewerb, der weit über das nationale Prestige hinausgeht. Der aktuelle Stand des US-Weltraumprogramms ist von Funktionsstörungen, sich ändernden Prioritäten und politischer Einmischung geplagt, wodurch ein Umfeld geschaffen wird, in dem China wahrscheinlich zuerst eine Mondlandung erreichen wird.

Politische Einmischung und Programmchaos

Die Bemühungen der USA, zum Mond zurückzukehren, wurden durch unberechenbare politische Entscheidungen und unrealistische Zeitpläne untergraben. Der frühere Präsident Trump, getrieben von dem Wunsch nach einem schnellen Sieg, beschleunigte willkürlich den Zeitplan für Mondlandungen und setzte eine Frist bis 2024, die Experten allgemein für unmöglich hielten. Dieser Druck zwang die NASA in ein chaotisches Durcheinander, das langfristige Planung und nachhaltige Entwicklung gefährdete.

Die Situation wurde durch bürokratische Machtkämpfe, Mandate des Kongresses für veraltete Technologie und häufige Führungswechsel noch komplizierter. Ein NASA-Beamter beschrieb das Programm als „eine Architektur, die kein mir bekannter NASA-Administrator ausgewählt hätte“. Die Agentur saß mit einem Flickenteppich aus alten und neuen Komponenten fest, darunter umfunktionierte Space-Shuttle-Triebwerke und eine Kapsel aus einem jahrzehntealten Projekt.

Chinas strategischer Vorteil

Während die USA mit internen Hürden zu kämpfen haben, führt China einen stetigen, methodischen Plan aus. Ende 2023 hat China zum ersten Mal in der Geschichte erfolgreich Mondproben von der anderen Seite des Mondes zurückgeschickt und damit seine wachsenden Fähigkeiten demonstriert.

Chinas Ansatz steht in krassem Gegensatz zu dem der USA: Peking priorisiert Zuverlässigkeit vor Geschwindigkeit, investiert in langfristige Infrastruktur und vermeidet die Art politischer Einmischung, die die NASA lahmgelegt hat. Experten gehen davon aus, dass China vor 2030 Astronauten auf dem Mond landen wird, ein Zeitplan, der angesichts der stetigen Fortschritte immer realistischer erscheint.

Was jenseits von Mondlandungen auf dem Spiel steht

Beim Wettlauf zum Mond geht es nicht nur darum, Flaggen zu hissen. Es wird angenommen, dass die Mondpole riesige Reserven an Wassereis enthalten, eine potenzielle Ressource für die zukünftige Weltraumforschung. Noch wichtiger ist, dass einige Wissenschaftler glauben, dass der Mond erhebliche Vorkommen von Helium-3 enthalten könnte, einem seltenen Isotop, das die Energieproduktion revolutionieren könnte.

Wenn China sich diese Ressourcen zuerst sichert, würde es einen strategischen Vorteil bei der Entwicklung von Fusionsenergie und anderen fortschrittlichen Technologien erlangen. Wie ein ehemaliger NASA-Beamter warnte: „Wenn China zuerst den Mond erreicht, wird das für Peking mehr als nur ein Zeichen des Nationalstolzes sein. Es wird eine Erklärung sein, dass das amerikanische Jahrhundert offiziell vorbei ist.“

Die US-Reaktion

Trotz der Herausforderungen verfügen die USA immer noch über erhebliche technologische Vorteile. Insbesondere SpaceX hat sich zu einem wichtigen Akteur entwickelt, der innovative Lösungen und einen agileren Ansatz als herkömmliche Regierungsprogramme bietet.

Allerdings müssen die USA ihre interne Dysfunktion angehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das bedeutet, die Finanzierung zu stabilisieren, der langfristigen Planung Vorrang vor kurzfristigen politischen Zielen zu geben und eine kohärentere Strategie zu fördern. Ohne solche Reformen laufen die USA Gefahr, nicht nur den Wettlauf ins All zu verlieren, sondern auch ihre Position als Weltmarktführer in Wissenschaft und Technologie.

Die Zukunft der Weltraumforschung hängt davon ab, ob die USA ihre selbst zugefügten Wunden überwinden und ihr Engagement für ein nachhaltiges, gut finanziertes Weltraumprogramm bekräftigen können. Andernfalls könnte China den nächsten großen Sprung für die Menschheit durchaus machen.