Das kollektive Vermögen der Welt hat beispiellose 600 Billionen US-Dollar erreicht, doch dieser Meilenstein verbirgt eine entscheidende Realität: Ein Großteil dieses Wachstums wird durch überhöhte Vermögenspreise und nicht durch echte Wirtschaftsproduktivität vorangetrieben. Das bedeutet, dass die Reichsten nicht durch Wertsteigerung reicher werden, sondern dadurch, dass sie zusehen, wie ihre bestehenden Besitztümer in einem unhaltbaren Tempo an Wert gewinnen. Dies ist nicht nur eine finanzielle Eigenart; Es handelt sich um einen strukturellen Fehler, der die Vermögensungleichheit vergrößert.
Der Aufstieg des Papierreichtums
Seit dem Jahr 2000 waren mehr als ein Drittel des weltweiten Vermögenszuwachses um 400 Billionen US-Dollar reine „Papiergewinne“ – Gewinne, die nicht die reale Wirtschaftsleistung widerspiegeln. Weitere 40 % sind auf die kumulative Inflation zurückzuführen, sodass nur 30 % an tatsächliche Investitionen in die Realwirtschaft gebunden sind. Für jeden investierten Dollar wurden zwei Dollar Schulden geschaffen, um diesen Kreislauf anzukurbeln. Diese Dynamik ist nicht nachhaltig; Es basiert auf Hebelwirkung und künstlichem Wachstum.
Vermögenskonzentration im Extremfall
Das oberste 1 % kontrolliert mittlerweile mindestens 20 % des weltweiten Vermögens, und in Ländern wie den USA und Deutschland ist diese Konzentration sogar noch höher – 35 % bzw. 28 %. Die oberen 1 % verfügen in den USA im Durchschnitt über 16,5 Millionen US-Dollar und in Deutschland über 9,1 Millionen US-Dollar. Dabei geht es nicht nur um harte Arbeit oder Unternehmertum; Es geht darum, Vermögenswerte zu besitzen, deren Wert unabhängig von den wirtschaftlichen Fundamentaldaten steigt. Menschen ohne nennenswerte Vermögensbestände geraten ins Hintertreffen, selbst bei konstantem Einkommen und Ersparnissen.
Die „Alles-Blase“ erklärt
Ökonomen bezeichnen die aktuelle Marktlage als „Alles-Blase“. Das bedeutet, dass Aktien, Immobilien, Anleihen, Rohstoffe und sogar Kryptowährungen aufgrund der jahrelangen lockeren Geldpolitik von Zentralbanken wie der Federal Reserve überhöht sind. Die Maßnahmen der Fed, insbesondere während und nach COVID-19, pumpten Liquidität in das System und trieben die Vermögenspreise in die Höhe, während die Löhne zurückblieben. Das Ergebnis ist ein verzerrter Markt, auf dem der Besitz von Vermögenswerten profitabler ist als die Arbeit, um ein Einkommen zu erzielen.
Vier potenzielle Zukünfte
Das McKinsey Global Institute skizziert vier mögliche Szenarien:
- Produktivitätsboom: Ein Innovationsschub (wie die aktuelle KI-Revolution) könnte Vermögensbewertungen durch echtes Wirtschaftswachstum rechtfertigen.
- Stagnierendes Wachstum: Wenn sich die Produktivität nicht beschleunigt, bleiben Wohlstand und Wachstum unausgewogen, was entweder zu Inflation oder einer Marktkorrektur führt.
- Vermögen opfern: Ein bewusster Versuch, Reichtum umzuverteilen, was in den meisten Szenarien politisch unwahrscheinlich ist.
- Wachstum opfern: Zulassen, dass die Inflation die Kaufkraft untergräbt, wodurch Vermögen effektiv von den Sparern auf die Vermögensinhaber übertragen wird.
Der Unterschied zwischen den beiden wahrscheinlichsten Ergebnissen könnte für den durchschnittlichen US-Sparer bis 2033 einen Verlust von 160.000 US-Dollar bedeuten.
Was das für alltägliche Amerikaner bedeutet
Durch die Diskrepanz zwischen Vermögensvermögen und wirtschaftlicher Realität entsteht ein zweistufiges System. Die Reichen erleben, wie sich ihr Vermögen durch Preissteigerungen vervielfacht, während die Lohnempfänger Schwierigkeiten haben, mitzuhalten. Dies erklärt, warum die Vermögensungleichheit auch während des Wirtschaftswachstums bestehen bleibt: Die Vermögensinflation kommt denjenigen zugute, die bereits über Vermögen verfügen, und führt zu einer „K-förmigen Erholung“, bei der die Reichen gedeihen, während andere zurückfallen.
Die Realität ist einfach: Sofern sich die Produktivität nicht dramatisch beschleunigt, wird diese Vermögensblase entweder zu einer anhaltenden Inflation führen, die die Kaufkraft untergräbt, oder zu einem schmerzhaften Marktneustart, der Billionen an Papiervermögen vernichten könnte.






















