Warum postindustrielle Ökonomien die Fertigung auslagern

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Bei dem Wandel geht es nicht darum, dass Fabriken verschwinden. Es geht darum, dass sie sich bewegen.

Schauen Sie sich einen Schulcomputerraum aus den frühen 2000er Jahren an. Maschinen, die über ein lokales Netzwerk verbunden sind. Lokal geteilte Ressourcen. Dieses Bild fängt einen Moment ein, aber das umfassendere wirtschaftliche Bild ist seitdem zersplittert. Wir leben in dem, was der Soziologe Daniel Bell in seinem 1973 erschienenen Buch „The Coming of Post-Industrial Society: A Venture in Social Forecasting“ eine „postindustrielle Gesellschaft“ nannte. Bell hat den Begriff nicht nur geprägt; Er kartierte das Gelände. Er sagte eine Welt voraus, in der die Produktion von Gütern gegenüber der Produktion von Dienstleistungen in den Hintergrund tritt.

Dieser Übergang ist in den Vereinigten Staaten, Westeuropa und Japan am deutlichsten sichtbar. Diese waren die ersten, die sich industrialisierten. Jetzt sind sie die ersten, die deindustrialisieren.

Wie postindustrielle Gesellschaften Arbeiter ersetzen

Die Mechanismen dieses Wandels sind brutal für die Arbeitnehmer und transformativ für die Wirtschaft.

In den entwickelten Ländern stellen nur noch wenige Unternehmen physische Güter direkt her. Wenn Sie einen Stuhl, ein Telefon oder ein Auto wollen, ist das Fließband wahrscheinlich Tausende von Kilometern entfernt. Die lokale Belegschaft hat Arbeiter durch technische und berufliche Tätigkeiten ersetzt. Computeringenieure, Ärzte, Banker. Sie bauen nicht die Hardware. Sie verwalten die Daten, das Kapital oder die Gesundheit der Menschen, die dies tun.

Praxiswissen verliert seinen Stellenwert. An seine Stelle tritt theoretisches Wissen.

In einer postindustriellen Gesellschaft liegt der Wert nicht in der Fähigkeit, die Maschine zu reparieren, sondern im Verständnis des Systems, dem die Maschine dient.

Dabei handelt es sich nicht nur um einen wirtschaftlichen Kompromiss. Es ist eine kulturelle Angelegenheit. Die Gesellschaft schenkt den ethischen und theoretischen Implikationen der Technologie nun mehr Aufmerksamkeit. Wir machen uns Sorgen über Umweltunfälle. Wir befürchten massive Stromausfälle. Neue wissenschaftliche Disziplinen entstehen, um mit diesen Ängsten umzugehen. Kybernetik. Künstliche Intelligenz. Informationstechnologie. In diesen Bereichen werden nicht nur Werkzeuge erstellt; Sie bewerten das Risiko ihrer Verwendung.

Universitäten und Fachhochschulen werden zu neuen Wachstumsmotoren. Sie bringen die Absolventen hervor, die diese Technologien entwickeln und leiten. Die Fabrikhalle wird durch den Hörsaal ersetzt.

Wohin geht die Fertigung?

Wenn die Waren nicht hier hergestellt werden, wo werden sie dann hergestellt?

Sie sind ausgelagert. In Industrieländer geschickt. Dadurch entsteht eine knifflige Illusion. Von innen sieht eine postindustrielle Gesellschaft rein dienstleistungsorientiert aus. Sie sehen Büros, keine Schornsteine. Aber die Verbindung bleibt bestehen. Die Dienstleistungswirtschaft ist an die Industriewirtschaften gebunden, die ihre Aufträge erfüllen.

Dieses Outsourcing verändert gesellschaftliche Normen. Es verändert die Art und Weise, wie Gesellschaften Ausländer und Einwanderer sehen. Mit der Schließung der Industrie verlieren die Menschen, die dort gearbeitet haben, ihre klar definierte gesellschaftliche Rolle. Das Gemeinschaftsgefüge zerbricht.

Warum Gemeinschaft jetzt etwas anderes bedeutet

Das Wort „Gemeinschaft“ bedeutete früher geografische Nähe. Deine Nachbarn waren deine Gemeinschaft. Sie haben eine Straße, eine Schule, eine örtliche Fabrik geteilt.

Diese Definition ist tot.

Fortschritte in der Telekommunikation und im Internet haben zu einer Zerstreuung der Gemeinschaften geführt. Wir arbeiten mit Gleichgesinnten zusammen, unabhängig vom Standort. Telearbeit ist der physische Beweis dafür. Die Menschen arbeiten von zu Hause aus, in Co-Working-Spaces oder in Cafés in anderen Städten. Sie sind weiter von ihrem Arbeitsplatz entfernt. Sie sind weiter von ihren Kollegen entfernt.

Isoliert uns das? Oder verbindet es uns besser?

Die Antwort hängt von Ihrer Toleranz gegenüber digitaler Interaktion ab. Das postindustrielle Modell verlangt es. Sie tauschen physische Präsenz gegen globale Konnektivität. Sie tauschen die Stabilität eines lokalen Fabrikjobs gegen die Flexibilität einer Servicerolle ein.

Die Kompromisse sind klar. Die Produktionsbasis ist verschwunden, aber die Servicebasis ist fragil. Es ist auf globale Lieferketten angewiesen, die unterbrochen werden können. Es beruht auf theoretischem Wissen, das über Nacht obsolet werden kann.

Wir sind immer noch mit den Industrieländern verbunden, in die wir ausgelagert haben. Wir tun einfach so, als wären wir es nicht.