Die Besetzung von „Seinfeld“ ist nur ein Glied in einer riesigen Kette, die den amerikanischen Rundfunk definiert. National Broadcasting Co., Inc. ist nicht nur ein Logo. Es ist die Fernsehkomponente von NBCUniversal. Comcast Corporation besitzt NBCUniversal. Doch um zu verstehen, wohin das Geld fließt und warum die Marke einen Wert hat, muss man weiter zurückblicken. Viel weiter.
Der älteste Rundfunksender der Vereinigten Staaten begann als Radioexperiment. Der Startschuss fiel am 15. November 1926. Bei der Veranstaltung handelte es sich um eine vierstündige Gala. Es entstand im Ballsaal des Waldorf-Astoria Hotels in New York City. Dies war kein Solo-Unternehmen. Es war eine gemeinsame Anstrengung von drei Giganten der Massenkommunikation.
- Radio Corporation of America (RCA)
- American Telephone and Telegraph (AT&T)
- Westinghouse Electric Corporation
RCA erwarb zwei frühe Sender. WJZ in Newark, NJ, 1921 von Westinghouse gegründet. WEAF in New York City, 1923 von AT&T gegründet. Nach der Gründung des Netzwerks wurden diese Stationen zu Drehkreuzen. WJZ war der Mittelpunkt des Blue Network. WEAF konzentrierte sich auf das Rote Netzwerk. Sie fungierten als halbunabhängige Einheiten mit Verbindungen zu anderen Städten.
David Sarnoff orchestrierte die Formation. Er war der General Manager von RCA. 1930 wurde RCA alleiniger Eigentümer der National Broadcasting Company. Sarnoff wollte zunächst einen Informationsdienst. Der Markt hatte andere Ideen. Pure Unterhaltung wurde zur Hochburg. Amos ’n’ Andy und The Jack Benny Program steigerten die Hörerzahlen.
Der regulatorische Druck veränderte die Landschaft. Die Federal Communications Commission (FCC) erzwang 1943 eine Spaltung. NBC verkaufte das weniger lukrative Blue Network. Edward J. Noble hat es gekauft. Er benannte es schließlich in American Broadcasting Company, Inc. (ABC) um. Das Red Network blieb der Geldverdiener. Bis 1938 wurden dort 75 Prozent der kommerziellen Programme von NBC übertragen.
Die Einsätze stiegen 1948 stark an. NBC erlitt einen schweren Schlag. Eine Talentrazzia des Columbia Broadcasting System (CBS) beraubte NBC seiner Hauptdarsteller. Jack Benny ist gegangen. George Burns und Gracie Allen gingen. Freeman Gosden und Charles Correll gingen. Edgar Bergen ging. Red Skelton ging.
Dieser Verlust tat weh. Es schwächte den Vorsprung von NBC im kommenden Fernsehzeitalter. CBS hatte das Talent. NBC musste aufholen.
Der Fernsehübergang und die technische Dominanz
Der Wechsel zum Fernsehen begann am 30. April 1939. NBC übertrug die Eröffnungszeremonie der New Yorker Weltausstellung. Dies war der Beginn eines regulären Fernsehdienstes. Bis 1951 hatte NBC ein Netzwerk von Küste zu Küste aufgebaut.
Der Erfolg war nicht einfach. The Howdy Doody Show lief von 1947 bis 1960. Kraft Television Theatre lief von 1947 bis 1958. Milton Berle und Sid Caesar waren große Stars. Dennoch belegte NBC bei den Einschaltquoten stets den zweiten Platz hinter CBS.
Wie konnte NBC seine Branchenposition behaupten? Durch Technologie.
RCA entwickelte ein Farbfernsehsystem. Die FCC akzeptierte es 1953 als Industriestandard. Im selben Jahr leistete NBC Pionierarbeit bei der ersten Übertragung einer Farbfernsehsendung von Küste zu Küste. Im Jahr 1956 wurde die erste Fernsehsendung auf Videoband aufgezeichnet. Dies verlagerte die Produktion weg von Live-Auftritten.
„NBC blieb führend im Bereich des technologischen Fortschritts.“
Sylvester L. („Pat“) Weaver veränderte die Programmierlandschaft. Von 1949 bis 1955 war er Chefprogrammierer und Netzwerkpräsident. Seine Innovationen sind noch immer in der Art und Weise verankert, wie wir Medien konsumieren.
Er startete Today im Jahr 1952. Eine frühmorgendliche Nachrichten- und Unterhaltungsserie. Er startete 1954 die The Tonight Show. Ein Late-Night-Talkshow-Format, das das Genre heute definiert.
Weitere Konzepte folgten:
- Wisdom (1957–65): Interviews mit angesehenen Gästen aus Kunst, Wissenschaft und Politik.
- Netzwerk-„Spektakel“: Unregelmäßig geplante Veranstaltungen. Das Musical „Peter Pan“ aus dem Jahr 1955 war ein Paradebeispiel.
- The Huntley-Brinkley Report (1956–71): Eine halbstündige Nachrichtensendung, moderiert von Chet Huntley und David Brinkley.
- Spielfilme fürs Fernsehen.
- Das Miniserie-Format.
- Tomorrow (1973–82): Eine abendliche Talkshow „nach Feierabend“.
In Sachen Komik und Abwechslung wurden neue kreative Wege beschritten. Rowan and Martin’s Laugh-In lief von 1968 bis 1973. Dann kam 1975 Saturday Night Live. Diese Shows dienten nicht nur der Unterhaltung. Sie haben kulturelle Prüfsteine geschaffen, denen Werbetreibende immer noch hinterherjagen.
Das Netzwerk entwickelte sich. Die Bewertungen schwankten. Aber die Infrastruktur – die Technologie, das Format, die Talentpipeline – blieb robust. Dies ist die Grundlage eines Medienimperiums. Der Rest ist nur Programmieren. Oder doch?
Wie NBC vom Einschaltquoten-Tiefpunkt zur Kabeldominanz aufstieg
Die Radioseite des Hauses lag bereits im Sterben. Das Radiogeschäft von NBC brach Ende der 1980er Jahre ein. Westwood One kaufte das Netzwerk im Jahr 1987. Das Signal verstummte 1999. Aber auf dem kleinen Bildschirm befand sich das Netzwerk im freien Fall.
In den 1980er Jahren war es der Fernsehsender mit den niedrigsten Einschaltquoten. Ein entferntes Drittel. ABC und CBS lagen weit vorne. Die Situation verbesserte sich dramatisch, als Grant Tinker und Brandon Tartikoff das Ruder übernahmen. Tinker wurde Netzwerkvorsitzender. Tartikoff wurde Chefprogrammierer. Der Beginn des Jahrzehnts veränderte alles.
Selbst mit Budgetkürzungen nach dem GE-Kauf von NBC im Jahr 1985 blieb die Strategie bestehen. Sie bauten eine feste Sammlung beliebter Situationskomödien auf. Cheers lief von 1982 bis 1993. The Cosby Show dominierte von 1984 bis 1992. Seinfeld kam 1989 und blieb bis 1998. Friends schloss das 20. Jahrhundert von 1994 bis 2004 ab.
Die dramatische Seite war ebenso kraftvoll. Law & Order wurde von 1990 bis 2010 ausgestrahlt. ER lief von 1994 bis 2009. The West Wing vervollständigte das Trio von 1999 bis 2006. NBC kletterte an die Spitze der Einschaltquoten.
Expansion in Kabel- und Unternehmensfusionen
In den 1990er Jahren war NBC nicht mehr nur ein Sendeturm. Es etablierte eine bedeutende Präsenz im Kabelfernsehen. CNBC wurde als Consumer News and Business Channel gestartet. MSNBC erschien als Joint Venture mit der Microsoft Corporation. Es spezialisierte sich auf Nachrichten und politische Ansichten. Das Netzwerk diversifizierte sich.
Die Eigentumsverhältnisse wurden kompliziert. RCA wurde 1985 von GE gekauft. Dieser Deal bereitete den Weg für den nächsten Schritt. Im Jahr 2004 fusionierte NBC mit Vivendi Universal Entertainment. Das Ergebnis war NBCUniversal. GE blieb Mehrheitseigentümer.
Dann kam Comcast. Im Jahr 2009 stimmte der Kabelgigant der Übernahme von 51 Prozent von NBCUniversal von GE zu. Der Deal wurde im Januar 2011 abgeschlossen. Zwei Jahre später kaufte Comcast die restlichen Anteile von GE. Die Landschaft veränderte sich erneut.
„Der Sender kletterte mit einer regelmäßigen Auswahl an beliebten Situationskomödien und kraftvollen Dramaserien an die Spitze der Einschaltquoten.“
Es ging nicht nur um eine Show. Es ging darum, die Sendeplätze zur Hauptsendezeit zuverlässig zu füllen. Die Zuschauer schalteten ein. Werbetreibende folgten. Die Einschaltquoten stiegen. Das Radiogeschäft blieb eine Geisterstadt, aber das Fernsehimperium wuchs.
Wem gehört es jetzt? Comcast hat alle Karten in der Hand. Die Entwicklung von einem schwächelnden Radiosender zu einem Kabel- und Streaming-Kraftpaket ist abgeschlossen. Die Zahlen belegen es. Die Strategie hat funktioniert.

















